Dass auch Ende November das Angebot an frischem regionalem Gemüse üppig und vielfältig und der Teller bunt, knackig, ausgewogen und schmackhaft gefüllt ist, erlebten am 20. November die 16 Teilnehmenden des 5. Bio-Regio-Stammtisches. Seit Mai findet das Format regelmäßig statt, um Akteur*innen des Ernährungssystems rund um Dortmund zu vernetzen und regionale Wertschöpfungsketten voranzubringen.
Dieses Mal ging es in die Lehrküche des Gisbert-von-Romberg-Berufskollegs, wo unter Anleitung von fünf Lehrkräften verschiedene vegan-vegetarische Komponenten aus frischen Zutaten von vier landwirtschaftlichen Betrieben der Region zubereitet wurden: Lernbauernhof Schulte-Tigges (u.a. Wurzelgemüse für pulverisierte Gemüsebrühe als ‘Medizin, um über den Winter zu kommen’), Kornkammer Haus Holte (u.a. Rapsöl für Pestos oder Vollkornmehl für Focaccia), Hevener Feld (u.a. bunte Baby-Leaf-Salatmischung und Schwarzkohl für Schwarzkohlpesto) und Hof Engelkamp (dreierlei Apfelsorten von süß bis säuerlich für Apfelsaft- und Essig).

An den verschiedenen Küchenstationen unterrichteten die Köche, eine Hauswirtschafterin und ein Metzger in der frischen, ganzheitlichen Verwertung bis zu Methoden der Haltbarmachung wie Fermentation und Trocknung. Für die Lehrkräfte war dieses Format eine neue Erfahrung: dass jede Gruppe unterschiedlich ist, erleben sie jedoch auch im Schulalltag. Derzeit arbeiten sie mit einem engagierten Jahrgang, der weit mehr als nur die Basiskenntnisse erwerben möchte. Neben Landwirten waren in unserer Gruppe, Ökotrophologinnen, Küchenmitarbeitende und Vertreter*innen aus Wissenschaft und Politik vertreten. Zwei anwesende Mitglieder des Dortmunder Stadtrates befürworten die FoodConnectRuhr-Ziele – wir sind gespannt, welche Impulse sie in der neuen Legislaturperiode setzen können.
Von etwa 2.300 Schüler*innen des Berufskollegs haben 1.000 mit Ernährung zu tun – angehende Köch*innen, Metzger*innen, Hauswirtschafter*innen, aber auch Sozialassistent*innen oder Erzieher*innen. Die Schule trägt eine große Verantwortung dafür, wie die Außer-Haus-Verpflegung der Zukunft aussehen wird. Ihre Multiplikatorenfunktion lebt sie mit großem Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft. So beziehen sie beispielsweise nur GEPA-zertifizierte Kaffee-, Tee- oder Kakaoprodukte und pflegen eine eigene Streuobstwiese.
Selbstverständlich spielte an diesem Nachmittag die sinnliche Erfahrung des Kochens und Probierens eine große Rolle. Was darüber hinaus nachhaltig in Erinnerung bleibt, sind inspirierende Gespräche in lockerer Atmosphäre, auf die zukünftig aufgebaut werden kann. In den abschließenden Diskussionen wurde erneut deutlich, dass strukturelle Hürden regionale Kooperationen erschweren, jedoch nicht verhindern. Engagierte Küchenleitungen zeigen, dass trotz eines voranschreitenden Strukturwandels in der Lebensmittelerzeugung, -verarbeitung und Distribution regionale Wertschöpfung möglich und gewollt ist.
Sie kochen in der Außer-Haus-Verpflegung und möchten mit unserer Unterstützung ein ähnliches Format ausrichten oder Aktionsgerichte anbieten? Sprechen Sie uns gerne an!

Rezept
Mit freundlicher Genehmigung vom Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg
Petersilien-Pesto
Zutaten
- 1 Bund Petersilie
- 1 Zitrone
- Rapsöl

Zubereitung
- Petersilie zupfen und waschen – die Stängel aufheben
- In einen Mixer geben und mit dem Öl fein mixen
- die Zitrone waschen und die Schale abreiben – Abrieb in das Pesto geben
- Pesto mit Salz abschmecken
Petersilienstängel-Öl
Zutaten
- Petersilienstängel
- ein paar Petersilienblätter für die Farbe
Zubereitung
- Etwas Öl auf 60 °C erhitzen
- Die Stängel und die Petersilie in den Mixer geben
- Öl dazu geben und für 3-4 Minuten mixen
- Anschließend durch ein feines Sieb passieren
- Das passierte Öl in einen Spritzbeutel abfüllen und aufhängen
- Nach 20 Minuten aufschneiden und das Wasser, das sich abgesetzt hat, ablaufen lassen
- Fertiges Öl in eine Flasche füllen





















































