Hoher Besuch in Dortmund: Bundesminister Alois Rainer zu Gast bei FoodConnectRuhr

Großes Interesse am regionalen Ernährungssystem: Am 30. Juni durften wir Bundesminister Alois Rainer in unserer Modellregion begrüßen.

Der Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) nutzte den Besuch, um sich persönlich vor Ort ein Bild unserer konkreten Maßnahmen zum Aufbau (bio)-regionaler Wertschöpfungsketten zu machen.

Einblick in die Praxis

Durch einen dicht getakteten Termin führte Katharina Hieber. Nach der Begrüßung stellte Projektkoordinatorin Alexandra Jaik das Modellprojekt FoodConnectRuhr vor, gefolgt von weiteren Grußworten durch Herrn Szuggat (Stadt Dortmund) und dem Bundesminister selbst.

Die Teilnehmenden bekamen exklusive Einblicke in die Infrastruktur vor Ort:

  • Fruchtfolge & Kreisläufe: Dirk Liedmann erklärte dem Minister und den Gästen die wichtigen landwirtschaftlichen Zusammenhänge in der Fruchtfolge zwischen Raps, Senf und Kartoffeln.
  • Rapsölanlage: Bundesminister Rainer bestaunte die Rapsölanlage und den dabei abfallenden Rapskuchen, der wiederum als wertvolles Futtermittel an Schweine verfüttert wird – ein perfektes Beispiel für gelebte Kreislaufwirtschaft.
  • Handwerk zum Anfassen: Allen Gästen wurde die Senfmühle sowie die sich aktuell noch im Bau befindliche Kartoffelschälanlage gezeigt. Besonders stark: Für die Schälung wird künftig mit einem Inklusionsbetrieb zusammengearbeitet, wodurch wertvolle Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen entstehen.

Der Hebel der Gemeinschaftsverpflegung: Die Diskussionen des Tages

Neben dem Rundgang kam auch der fachliche Austausch nicht zu kurz. In den Gesprächen kristallisierten sich wichtige Impulse und Hebel für eine erfolgreiche Ernährungswende heraus:

  • Angebot und Nachfrage bei Bio: Bundesminister Alois Rainer sprach sich im Rahmen des Termins durchaus positiv für den Bioanbau aus, betonte jedoch auch, dass die entsprechende Nachfrage auf dem Markt da sein müsse. Gleichzeitig gratulierte er zu den wegweisenden Frischeküchen der FABIDO und zeigte sich sichtlich beeindruckt von den bereits hohen Bio-Quoten in den Dortmunder Kitas.
  • Die Hebelwirkung der Beschaffung: Aiko Wichmann vom Vergabe- und Beschaffungszentrum der Stadt Dortmund unterstrich noch einmal die enorme wirtschaftliche Bedeutung der öffentlichen Hand. Eine strukturierte, nachhaltige Beschaffung bietet der regionalen Landwirtschaft eine verlässliche Abnahme und verringert das Risiko für die Betriebe.
  • Neue Vermarktungswege: Landwirt Dirk Liedmann sprach den Bioanbau und die Reduktion des Fleischverbrauchs als essenzielle Puzzleteile der Lösung an. Für ihn ist die DOtoffel ein optimaler Weg, um einer aktuell einbrechenden Nachfrage mit neuen, zukunftsfähigen Vermarktungskanälen zu begegnen. 
  • Lebensmittelverschwendung stoppen: Auch die Reduzierung von Lebensmittelabfällen pro Kopf in Deutschland wurde vom Bundesminister als ein wichtiger Ansatzpunkt für mehr Nachhaltigkeit im Ernährungssystem hervorgehoben.

Gemeinsam in die Zukunft

Der Besuch hat einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig kurze Wege und starke Netzwerke sind. Um die Akteur*innen aus Handel, Logistik und Küchen noch besser zu vernetzen, arbeitet FoodConnectRuhr bereits an einer digitalen Warenaustauschplattform, um gutes, regionales Essen für noch mehr Menschen zugänglich zu machen. FoodConnectRuhr ist Teil des Modellregionen-Wettbewerbs „Besser essen in der Region“ des BMLEH.

Zu dem Besuch des Bundesministers wurde auch gemeinsam mit der Stadt Dortmund eine Pressemitteilung herausgegeben.