„Essen, Teilhabe, Gemeinschaftsverpflegung: Im Dialog über Ernährungsarmut”: ein Nachbericht zur FoodConnectRuhr-Veranstaltung am 15.07.2026
Austausch und Diskussion zum Thema Ernährungsarmut
Wie kann auf kommunaler Ebene dazu beigetragen werden, dass gesunde und nachhaltige Ernährung für alle Menschen zugänglich wird? Dieser Frage widmeten sich am 15. Juli 2026 über 50 Teilnehmende aus Praxis, Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bei der Dialogveranstaltung „Essen, Teilhabe, Gemeinschaftsverpflegung: Im Dialog über Ernährungsarmut“, die das Umweltamt der Stadt Dortmund im Rahmen des Projekts FoodConnectRuhr gemeinsam mit der VHS Dortmund veranstaltete.
Ernährungsarmut ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Ihre Ursachen reichen von finanziellen Einschränkungen über ungesunde Ernährungsumgebungen bis hin zu fehlenden Teilhabemöglichkeiten. Kommunen bieten vielfältige Ansatzpunkte, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Denn hier wird der Alltag der Menschen gestaltet – in Kitas und Schulen, in sozialen Einrichtungen, in der Gemeinschaftsverpflegung sowie durch das Zusammenwirken von Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Auf kommunaler Ebene lassen sich unterschiedliche Perspektiven, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zusammenführen, um gemeinsam praxisnahe und wirksame Lösungen zu entwickeln. Genau dieser Austausch stand im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Nach der Begrüßung durch Viola Schulze Dieckhoff, Leiterin der Abteilung „Klima, Luft, Lärm“ im Umweltamt der Stadt Dortmund, eröffneten interaktive Formate und drei Impulsvorträge den Dialog aus unterschiedlichen Blickwinkeln: aus der Perspektive der Armutsaktivistin Gaby John, dem Umweltamt der Stadt Dortmund mit Dorothee Gangnus sowie dem Evangelischen Kirchenkreis mit Ute Wimmer-Strunk als Praxisakteur der Gemeinschaftsverpflegung.
In der anschließenden Dialogrunde diskutierten die Teilnehmenden darüber, welche Handlungsmöglichkeiten bereits bestehen und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um das Potenzial der Gemeinschaftsverpflegung besser auszuschöpfen. Zentrale Ergebnisse waren:

- Vielerorts wird in Dortmund bereits mit großem Engagement an einer gesunden und nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung gearbeitet.
- Häufig fehlen jedoch die personellen, finanziellen und organisatorischen Ressourcen, um bestehende Angebote weiterzuentwickeln, neue Kooperationen aufzubauen oder notwendige Umstellungsprozesse zu begleiten.
- Eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung verursacht nicht zwangsläufig höhere Lebensmittelkosten. Die Herausforderung liegt häufig in den Umstellungsprozessen: neue Beschaffungswege, angepasste Speisepläne, Qualifizierungen, Abstimmungsprozesse und Kooperationen benötigen Zeit, Koordination und personelle Kapazitäten. Hierfür sind Investitionen notwendig.
- Erfolgsfaktoren sind eine stärkere Vernetzung der beteiligten Akteur*innen, ressortübergreifende Zusammenarbeit, qualifizierte Fachkräfte sowie ausreichend Zeit und Ressourcen für Koordination, Qualitätsentwicklung und Veränderungsprozesse.
- Um das Potenzial der Gemeinschaftsverpflegung als Hebel für mehr Gesundheit, Nachhaltigkeit und soziale Teilhabe auszuschöpfen, bedarf es langfristiger Strategien und tragfähiger Strukturen, die eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Praxis, Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ermöglichen
Die Erkenntnisse aus der Veranstaltung fließen in die weitere Arbeit des Projekts FoodConnectRuhr ein. Gemeinsam mit der Fachhochschule Münster wird derzeit ein kommunales Gutachten zu Ernährungsarmut in Dortmund erarbeitet. Darüber hinaus entwickelt die Stadt Dortmund eine kommunale Ernährungsstrategie, die die vielfältigen Aktivitäten in der Stadt stärker miteinander verbinden soll und neben ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten bei der Gestaltung des Dortmunder Ernährungssystems auch die sozialen und gesundheitlichen umfassen wird.

Assoziationen der Teilnehmenden zum Thema Ernährungsarmut im Überblick.



