Ende Januar nahmen wir am Zukunftsforum Ländliche Entwicklung (ZFLE) in Berlin teil, das von unserem Fördermittelgeber, dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und ländliche Räume (BMLEH), ausgerichtet wurde. In vielfältigen Fachforen wurde diskutiert, welche Infrastrukturen ländliche Räume – unter Berücksichtigung der Stadt-Land-Beziehungen – für eine krisenfeste und konstruktive Zukunft benötigen. Entscheidend ist dabei, so ein persönliches Fazit aus der Veranstaltung, die Kombination aus starken Kommunen und der gebündelten Gestaltungskraft zivilgesellschaftlicher Akteure.

In seiner Eröffnungsrede brachte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer die Vielfalt der Teilnehmenden auf den Punkt: „Die Menschen in der Region entwickeln die Region selbst.“ Damit wurde die Bedeutung von Bottom-Up-Ansätzen in der Regionalentwicklung hervorgehoben. Gleichzeitig zeigte sich im weiteren Verlauf der Fachgespräche, dass eine Entlastung ehrenamtlicher Tätigkeiten durch den Ausbau hauptamtlicher Stellen dringend notwendig ist – eine zentrale Herausforderung, die auch unsere tägliche Arbeit bei FoodConnectRuhr begleitet: Netzwerkaufbau, Etablierung innovativer Infrastrukturen und Bewerbung von Beratungsangeboten sind mühsam – entscheidend für den Projekterfolg ist folglich, dass diese Serviceangebote dauerhaft wirksam sind.
Moderatorin Heike Zeller bezeichnete die Kommune als „Kommunikationsraum“. Das ZFLE schafft jährlich einen solchen überregionalen Austausch, dessen Erkenntnisse auf die lokale Ebene zurückgetragen werden.

Ein expliziter Bezug zu Ernährungsfragen wurde im Fachforum des Bundesverbandes der Regionalbewegung unter dem Titel „Flächen im Blick – nachhaltige Ernährung & Nahversorgung gemeinsam gestalten“ hergestellt. Hier wurde deutlich: Kommunen sind als Verpächter, Nachfrager und Vernetzer wesentliche Gestalter des Ernährungssystems. Der Geschäftsführerin Nicole Nefzger zufolge dürfe die Frage nicht lauten: “Kann Kommune Ernährung?” Vielmehr sei es Fakt:“Kommune muss Ernährung!‘“
Dass dies gelingen kann, zeigen Beispiele aus Leipzig und der Metropolregion Nürnberg: Sebastian Pomm und Patricia Schläger-Zirlik setzen sich über Aktionsgerichte und weitere Initiativen für den Ausbau regionaler Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung ein. Auf Grenzen stoßen sie bei Produkten mit niedrigem regionalen Selbstversorgungsgrad.
Auch Dortmund muss sich hinter diesen Best Practices nicht verstecken. Über die Koordinierungsstelle Klimaschutz und Klimafolgenanpassung – Handlungsfeld Ernährung und Landwirtschaft im Umweltamt laufen zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung des lokalen Agrar- und Ernährungssystems. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der qualitativen Verbesserung und Regionalisierung der Kita- und Schulverpflegung.
Für die Zukunft wünschen wir uns, dass wir ausgehend von den FoodConnectRuhr-Initiativen die Fortschreibung des Dortmunder Erfolgskurses aktiv mitgestalten können.
